Unternehmensbefragung zur Fachkräftesicherung in der Region Coburg

Bislang lagen der Stadt und dem Landkreis Coburg keine fundierten Daten zur Verfügung, um die regionale Fachkräftesituation einschätzen zu können. Vor diesem Hintergrund hat das Landratsamt Coburg im Rahmen des ESF-Projektes „Zukunftscoach“ die GEFAK mit einer Befragung der in der gesamten Region ansässigen Unternehmen beauftragt.

Aufbereitung in KWIS und hohe Rücklaufquote

Mit Hilfe der bereits seit Jahren jeweils im Landratsamt und bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt (Wifög) eingesetzten Software KWIS wurden die Ausgangsdaten (v.a. Adressen) der Unternehmen aufbereitet und zum Druck des Fragebogens und des Anschreibens exportiert. Im Anschluss an die Befragung konnten die Befragungsergebnisse mit sämtlichen einzelbetrieblichen Angaben den Datensätzen in KWIS zugeordnet werden. Damit steht den Akteuren der Wirtschaftsförderung im Landratsamt und bei der Wifög – über die statistischen Auswertungen hinaus – eine aktuelle und umfassende Datengrundlage für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung.

Dem Landratsamt und der Stadt Coburg war es wichtig, ein breites Meinungsbild zu ermitteln. Deshalb richtete sich die Befragung an rund 900 registrierte Betriebstätten aus allen Wirtschaftsbereichen. Eine Rücklaufquote von über 23 Prozent belegt das große Interesse der Unternehmen an dieser Befragung, die Ergebnisse der Unternehmensbefragung beziehen sich  auf mehr als jeden vierten Arbeitsplatz in der Region.

 

Beispielergebnis 1: Kompetenzfelder

Zur Ermittlung der lokalen Kompetenzstruktur wurden die Unternehmen gebeten, sich zu 16 ausgewählten Branchen bzw. Technologien zuzuordnen (Mehrfachzuordnungen waren möglich). Diese Zuordnung ist für die Wirtschaftsförderung deshalb von Interesse, weil sie nicht der üblichen Einordnung eines Unternehmens zu einem Wirtschaftszweig entspricht (z.B. Maschinenbau oder Ingenieurbüro), denn diese sagt oftmals nichts über die fachliche Ausrichtung des Unternehmens aus. Die hier vorgenommene Zuordnung (z.B. eines Spezialisten für Lasertechnik zu Automotive / Fahrzeugtechnik) ermöglicht demgegenüber einen Einblick in bestehende – oder aber auch potenzielle – Bausteine einer Wertschöpfungskette innerhalb der Region (s. Abb. 1).

Abb. 1: Kompetenzfelder befragter Unternehmen

Beispielergebnis 2: Standortbewertung der Unternehmen

Eine nach den vier größten Wirtschaftsbereichen differenzierte Betrachtung zeigte bei einigen Standortfaktoren deutliche Abweichungen in der Standortzufriedenheit. Während die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, sowohl qualifizierter, als auch an- bzw. ungelernter, im Handwerk am kritischsten gesehen wurde, bewerteten die Dienstleistungsbetriebe die Weiterbildungsangebote, die Nähe zu Hochschul- und Forschungseinrichtungen, die überregionale Verkehrslage sowie die fränkische Willkommenskultur erkennbar schlechter als die anderen Wirtschaftsbereiche. Auffällig war die höhere Zufriedenheit der Unternehmen aus dem Handel mit den Schul-, Aus- und Weiterbildungsangeboten (s. Abb. 2).

Abb. 2: Standortbewertungen durch Unternehmen

Beispielergebnis 3: Handlungsfelder herausstellen

Eine Gegenüberstellung der Wichtigkeit der Standortfaktoren mit den Zufriedenheitswerten der Unternehmen für ihren Standort  zeigte, dass es bei einigen Faktoren eine größere Diskrepanz zwischen ihrer Bedeutung und der Zufriedenheit gibt. Bei den Standortfaktoren, wo die Bedeutung deutlich „höher“ ist als die Zufriedenheit, ist ein Handlungsbedarf zu vermuten. Das traf vor allem für die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und die Breitbandversorgung zu. Weitere größere Diskrepanzen waren für die überregionale und die örtliche Straßenanbindung sowie für die Aus- und Weiterbildungsangebote erkennbar (s. Abb. 3).

Abb. 3: Handlungsfelder für die Wirtschaftsförderung

Ihr Ansprechpartner: Josef Rother