Coworking & Pendlerstationen – neue Arbeitsformen beschäftigen die Wirtschaftsförderung

 

Nachdem die GEFAK für ihre Idee von Pendlerstationen bereits 2015 vom Rat für Nachhaltigkeit der Bundesregierung ausgezeichnet wurde, findet die Idee nun erste Umsetzungen. Auch die Wirtschaftsregion Stuttgart (WRS) arbeitet daran. Ein Pilotprojekt in Kirchheim unter Teck soll Erkenntnisse für eine Strategie für die gesamte Region bringen.

 

Steigende Pendlerzahlen, hohe Luftverschmutzung und erste Fahrverbote legen die Idee von Pendlerstationen ebenso nahe wie die Bemühungen der Unternehmen, durch flexible Arbeitsplatzangebote als Arbeitgeber attraktiv zu sein und ihren Fachkräftebedarf zu sichern. In einer Pendlerstation teilen sich an ausgewählten Standorten rund um die Metropolen die Arbeitgeber eine zentral gelegene Bürofläche und erlauben ihren Mitarbeiter*innen, an einigen Wochentagen dort in der Nähe ihres Wohnortes zu arbeiten und nicht in die Bürozentrale zu pendeln. Als Managementeinheit für eine Pendlerstation bietet sich ein Coworking Space an. 

In der Metropolregion München hat die GEFAK inzwischen mehrere Coworking Spaces initiiert, zuletzt in Weilheim i.Obb. Dort sollen nicht nur Freiberufler und Kreative als die klassischen Zielgruppen für Coworking einen attraktiven Arbeitsplatz finden, sondern auch Pendler. Derweil hat die Bayerische Staatsregierung die Idee für die Bediensteten ihrer Ministerien in ersten sogenannten „Behördensatelliten“ umgesetzt. Und auch die Deutsche Bahn hat das Thema aufgegriffen und bietet ab 2019 Arbeitsplätze für Pendler an.

Künftiger Standort für neue Arbeitsformen:
Das Otto-Ficker-Areal in Kirchheim unter Teck

In der ebenso vom Berufsverkehr geplagten Region Stuttgart begleitet die GEFAK ein Pilotprojekt in der Stadt Kirchheim unter Teck. Die 40.000-Einwohner-Stadt rund 35 km östlich von Stuttgart verfügt mit dem Otto-Ficker-Areal über ein stadtbildprägendes ehemaliges Industriegebäude, in dessen besonderem Ambiente zentrumsnahe, moderne Wohn- und Arbeitsflächen entstehen. Ein Teil der Flächen soll neuen Arbeitsformen gewidmet werden. Um den Bedarf an Coworking- und Pendlerarbeitsplätzen zu ermitteln, wird die GEFAK Anfang 2019 eine Befragung der Zielgruppen durchführen. Auftraggeber neben der Stadt Kirchheim unter Teck ist die Wirtschaftsregion Stuttgart (WRS). Deren besonderes Interesse liegt in der ebenfalls geplanten Befragung der großen Arbeitgeber in Stuttgart. Hieraus sollen Anforderungen an die Ausgestaltung von Pendlerstationen abgeleitet und weitere potenzielle Standorte identifiziert werden.

 

Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen in Sachen Coworking und Pendlerstation gab Mitte Oktober auch der Staatsanzeiger Baden-Württemberg (weiter Infos).

 

  

Kontakt: Josef Rother

 

 

 

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