Gemeinwohlökonomie – was können Kommunen tun?

  

Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ) bietet nicht nur für Unternehmen die Vision eines ethischen Wirtschaftens und mit der Gemeinwohlbilanz das passende Werkzeug dazu, sondern richtet sich auch an Gemeinden und Regionen. Schließlich sind die ohnehin dem Gemeinwohl verpflichtet.

 

 

Kommunalpolitiker aus dem Raum Weilheim
beim Workshop zur Gemeinwohlökonomie am 10.2.2018

Bei einem Workshop im bayerischen Weilheim kamen im Februar über 20 Kommunalpolitiker*innen zusammen, um sich näher mit der Gemeinwohlökonomie zu befassen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine Kommune zu einem ethischeren Wirtschaften beitragen kann. Das wichtigste Ergebnis des von der GEFAK moderierten Workshops: die Kommunen können gleich auf mehreren Ebenen ansetzen. Zunächst können sie die Ideen der GWÖ bekannter machen und insbesondere Unternehmen, aber auch Schulen, Vereine etc. dazu einladen, sich mit der GWÖ auseinanderzusetzen und die Gemeinwohlbilanz als innovatives Werkzeug für eine Nachhaltigkeitsberichtserstattung auszuprobieren. Aber die Kommunen können auch als Vorbild voran gehen, indem sie die eigene Verwaltung als Wirtschaftsbetrieb ansehen und dessen ethische Performance messen. Dabei empfiehlt es sich, nicht gleich mit der gesamten Kernverwaltung zu beginnen, sondern niederschwelliger anzusetzen und z.B. zunächst einen kommunalen Eigenbetrieb einer Bilanzierung zu unterziehen. Auch eine Gemeinwohlprüfung einer einzelnen Maßnahme eignet sich als Auftakt, etwa bei einer anstehenden Entscheidung über eine Infrastrukturmaßnahme oder eine Gewerbeansiedlung. Eine dritte Ebene besteht schließlich darin, dass die Kommune über ihr Satzungsrecht und ihre Vergabepraxis dafür sorgt, dass Unternehmen bzw. Projekte mit einem hohen Beitrag zum Gemeinwohl bevorzugt behandelt werden. 

 

Die Möglichkeiten der Kommunen zur Förderung der GWÖ hat Radio Lora in einem Interview mit Josef Rother zusammengefasst (https://www.youtube.com/playlist?list=PLRL6paywz9_Lco8GoIFVNHyouKx-PCKc5)

 


Kontakt: Josef Rother

 

 

 

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