GEFAK RESPONSIVE

Stadt Fürth – vom wirtschaftlichen Sorgenkind zum Vorzeigestandort

Rund 200 Unternehmen waren Ende Februar der Einladung der Stadt Fürth zum diesjährigen Unternehmenstag im Sportpark Ronhof gefolgt. Dort kämpft in dieser Saison die SpVgg Greuther Fürth um den Klassenerhalt in der 2. Liga. Ganz anders stellte sich an diesem Abend die Stadt Fürth als Wirtschaftsstandort dar. Der ist nämlich inzwischen erstklassig. So freuten sich OB Thomas Jung und Wirtschaftsreferent Horst Müller in ihren Grußworten über ein Allzeithoch bei den Gewerbesteuereinnahmen. Fürth erlebt eine Art Sonderkonjunktur. 


Zur Erinnerung: Der Strukturwandel hatte Fürth besonders stark getroffen. 2009 wurde das Versandhaus Quelle geschlossen, 2.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz. Und auch der Niedergang der Traditionsfirma Grundig traf die 130.000-Einwohner-Stadt enorm. 


Doch seitdem ist viel passiert. Die Abhängigkeit von einzelnen Konzernen ist geringer geworden, und der Mittelstand scheint sich in Fürth ausgesprochen wohl zu fühlen. Das zeigte sich auch an den Ergebnissen der aktuellen Unternehmensbefragung, die Josef Rother von der GEFAK vorstellte. Vor allem die hohe Zufriedenheit der Unternehmen mit den Standortbedingungen in Fürth besticht. Auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (sehr unzufrieden) bewerteten die 442 antwortenden Betriebe mit einer Durchschnittsnote von 2,1. Das ist der beste Wert, den die GEFAK in den vergangenen Jahren in vergleichbaren Städten ermittelt hat. Für die Arbeit der Stadt spricht besonders, dass die Zufriedenheit mit einzelnen Standortfaktoren in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen ist, etwa mit der Breitband- und Mobilfunkversorgung oder den  Radverkehrsverbindungen. Dass Fürth dennoch keine Insel der Glückseligen ist, zeigt sich an den kurzfristigen Entwicklungsplänen der Unternehmen. Zwar sucht aktuell immerhin ein Drittel der Befragten Arbeitskräfte, bei der letzten Befragung 2023 plante jedoch mehr als Hälfte der Betriebe Neueinstellungen. Die mittelfristigen Pläne der Fürther Unternehmen deuten aber schon wieder auf Zuversicht. Bis zum Jahr 2028 dominieren expansive Pläne. 


Zwei Aspekte hob Josef Rother bei seiner Präsentation im Stadion besonders hervor. Zum einen steht bei fast jedem fünften Unternehmen in den kommenden drei Jahren die Betriebsübergabe an, mehr als die Hälfte dieser Betriebe hat noch keine Nachfolgeregelung. Und von den gut 100 Unternehmen, die künftig auf Automatisierung und KI setzen, wollen mehr als zwei Drittel gleichzeitig neue Arbeitskräfte gewinnen. Der Einsatz von KI scheint also nicht mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einherzugehen – jedenfalls nicht in Fürth.


Das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, das die Befragung beauftragt und den Unternehmenstag organisiert hatte, stellte im Anschluss an den Vortrag dar, wie auf der Basis der nicht-anonym durchgeführten Befragung bestehende, zum Teil aber auch neue Serviceangebote der Stadt gezielt an die Unternehmen adressiert werden sollen. Mit ihrem neuen Netzwerk Zukunftswirtschaft (Klimaneutralität und nachhaltiges Wirtschaften | Stadt Fürth) und dem Transformationsforum Fürth (SessionNet | Projekt „TransformationsForum Fürth“ – Gemeinsam die digitale Zukunft in Fürth gestalten) bietet die Stadt gezielte Unterstützung sowohl für die sozial-ökologische als auch die digitale Transformation der Fürther Wirtschaft.       

 

 

Kontakt: Josef Rother

 

 

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