Vorbild für die Unternehmen: Erste Wirtschaftsförderungen erstellen eigene Gemeinwohlbilanz

 

Um nachhaltiges Wirtschaften in der Region zu verankern, sollten möglichst viele Akteure eine Nachhaltigkeitsstrategie haben. Die Gemeinwohlbilanz zeigt dazu einen inspirierenden Weg auf.

 

Die Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich als Wirtschaftsmodell mit dem Ziel einer ethischen Wirtschaftskultur (vgl. Gemeinwohl-Ökonomie | Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft (ecogood.org)). Im Rahmen einer Gemeinwohlbilanzierung dokumentieren Organisationen, wie sie die Werte Menschenwürde, ökologische Verantwortung, Solidarität und Gerechtigkeit sowie demokratische Mitbestimmung im Verhältnis zu ihren wichtigsten Berührungsgruppen leben. Über 1.000 Pionierunternehmen weltweit haben bereits eine GWÖ-Bilanz erstellt. Die GEFAK arbeitet derzeit schon an ihrer vierten Bilanz.


Wirtschaftsförderungen, die ihren Betrieben eine GWÖ-Bilanzierung empfehlen, können mit gutem Beispiel vorangehen. Denn auch die Wirtschaftsförderung stellt einen Betrieb dar, der die o.g. Werte gegenüber Lieferant:innen, Finanzpartner:innen, Mitarbeitenden, Kund:innen (den Unternehmen) sowie dem gesellschaftlichen Umfeld mehr oder weniger gut beherzigt.


Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Bornheim im Rheinland und die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (AGIT) sind Pioniere in diesem Feld. Die AGIT hat in einem umfassenden Prozess mit sämtlichen Mitarbeitenden eine erste GWÖ-Bilanz erstellt, die jüngst auditiert wurde. Ein Aktionsplan zeigt auf, wie die AGIT ihre ohnehin schon hohe Gemeinwohlorientierung perspektivisch noch ausbauen kann. AGIT-Geschäftsführer Sven Pennings zieht ein positives Fazit: „Die Teilnahme am GWÖ-Bilanzierungsprozess ist für die AGIT ein Gewinn und hat uns aufgezeigt, wo wir in Sachen Nachhaltigkeit stehen.“ Und mit einem Blick nach vorne ergänzt er: „Wir wurden in die Lage versetzt zu erkennen, an welchen Stellen wir uns verbessern können und das gehen wir jetzt an.“


Die WFG Bornheim als bundesweit erste Wirtschaftsförderung mit einer GWÖ-Bilanz ist sogar schon einen großen Schritt weiter. Als Konsequenz aus ihrer ersten Bilanz erweiterte die WFG ihr Aufgabenspektrum, stellte einen Gemeinwohlförderer ein und unterstützt ihre Firmenkunden nun noch gezielter in Sachen Nachhaltigkeit. Das schlägt sich in der gerade vorliegenden zweiten GWÖ-Bilanz nieder: Die Bilanzsumme konnte deutlich erhöht werden.


Gemeinsam mit örtlichen GWÖ-Berater:innen hat die GEFAK die Bilanzierungsprozesse begleitet.